18 Jahre Teilzeit sind genug: Mehr Kreativität statt Drohgebärden!

Autor: 
Dr. Eva-Maria Stange
Datum: 
30.03.2010

Stange: „Damit kein Kind zurückgelassen wird, brauchen wir gute Schulen und die beste Bildung für jeden Einzelnen.“

Dr. Eva-Maria Stange, bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, sprach heute in der Landtagsdebatte zum Tagesordnungspunkt „Nachhaltige Sicherung des Bildungsstandortes Sachsen - Konsequenzen aus den Sondierungsgesprächen der Tarifpartner“. Kernbotschaften ihrer Rede waren:

„18 Jahre Teilzeit sind genug! Was wir nun brauchen ist ein kreatives Miteinander statt trotziger Drohgebärden der Landesregierung. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, kein einziges Kind zurückzulassen. Dazu brauchen wir eine hervorragende Qualität der Schulen, damit jedes Kind und jeder Jugendliche die beste Bildung erhalten.

Um den Arbeitskräftebedarf auch nur annähernd auf dem heutigen Niveau zu halten, muss jeder Schüler, der 2005 eingeschult wurde, einen qualifizierten Beruf erlernen und sich in den sächsischen Arbeitsmarkt einbringen. Was wir uns also keinesfalls leisten können, sind Schulabbrecher oder Schüler mit schlechten Abschlüssen. Dazu sind qualitative Verbesserungen an den sächsischen Schulen notwendig: kleinere Klassen, Ausbau der Ganztagsschulen, Senkung des Unterrichtsausfalls und eine zielgerichtete Berufsorientierung.

Fest steht: Ohne eine ausreichende Anzahl motivierter Lehrerinnen und Lehrer sind diese Ziele nicht zu erreichen. Statt kurzsichtigem Stellenabbau sollte in die Qualität der Bildung investiert werden. Doch schon heute wandern zahlreiche Lehramtsanwärter vor dem Referendariat ab, da nicht genügend Plätze vorhanden sind und die Bedingungen in anderen Ländern deutlich besser sind. Bereits im kommenden Schuljahr fehlen, wenn die Landesregierung nicht sofort reagiert, 50 Prozent der Referendariatsstellen.

Und was macht die schwarz-gelbe Staatsregierung? Sie droht erneut mit Kündigungen und neuerdings sogar mit dem Austritt aus der Tarifgemeinschaft. Das macht die Lehrer zu Recht wütend. So gewinnt man niemanden und löst auch keine Probleme!“

Press-ID:
10-449