Schwarz-Gelb blockiert Zugang zum Gymnasium
Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zu den Plänen der schwarz-gelben Landesregierung, den Zugang zu Gymnasien zu erschweren, folgendes:
Blinder Leistungswahn und falscher Ehrgeiz:
„Nun ist die Katze aus dem Sack: Mit der heute bekannt gewordenen Einigung innerhalb der CDU/FDP-Landesregierung zu den veränderten Übergangsregelungen zum Gymnasium verschärft die Koalition bereits bestehende Bildungsbenachteiligungen und verschleudert Potential: Sollten ab kommendem Schuljahr nur noch die Kinder der Klasse 4 mit einem Notendurchschnitt von 2,0 – statt bisher 2,5 – den viel zu frühen Sprung zum Gymnasium schaffen, dann wird vielen Kindern der Zugang zum Gymnasium für immer blockiert. Daran ändert auch der Trick nichts, das Fach Sachkunde mit in die Bewertung einzubeziehen. Ebenso gilt das für den Übergang nach Klasse 6. Denn da werden Leistungen verlangt, die auch ein Teil der Gymnasiasten nicht vorweisen kann. Das ist höchst ungerechte Eliten-Politik, die in blindem Leistungswahn und falschem Ehrgeiz den Zugang zum Abitur erschwert. Eltern und Kinder stehen im Regen!
Dabei haben die letzten PISA-Auswertungen für Sachsen gezeigt, dass rund die Hälfte der Mittelschüler eine reale Leistung erbringt, die auch ein Drittel der Gymnasiasten erbringt. Gut 40 Prozent unserer Mittelschüler könnten also das Abitur erreichen, wenn sie dafür die Chance hätten. Dieses verschenkte Potential will die jetzige Koalition offensichtlich noch vergrößern.
Nicht genug damit, dass die schwarz-gelbe Rolle Rückwärts beim längeren gemeinsamen Lernen in der Gemeinschaftsschule die Eltern auf die Palme bringt. Nun stehen auch noch die Eltern der Grundschüler vor einer Bildungspolitik, die aus der Mottenkiste kommt: Anstatt Kinder zu fördern, werden ihnen Bildungswege verstellt und permanenter Erfolgsdruck ausgeübt. In Nordrhein-Westfalen haben die Grundschulleiter bereits mobil gemacht gegen den Auslesedruck für Kinder, Eltern und Lehrer. Ich wünsche mir so einen Aufschrei endlich auch in Sachsen.“
