Urteil des Sportgerichtes für Spieler und Fans von Roter Stern Leipzig unzumutbar
Henning Homann, demokratiepolitischer Sprecher und Hanka Kliese, sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklären zum Urteil des Sportgerichtes Leipzig, dass Spiel FSV Brandis und Roter Stern Leipzig zu wiederholen, folgendes:
Das Sportgericht hat entschieden, das Spiel zwischen dem FSV Brandis und Roter Stern Leipzig – das nach einem Überfall Rechtsradikaler im Oktober 2009 abgebrochen werden musste – nun in Brandis zu wiederholen. Henning Homann, demokratiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zum Urteil: „Das Urteil des Sportgerichtes ist für Spieler und Fans von Roter Stern Leipzig unzumutbar. Will man ihnen ernsthaft aufbürden, nach den rechtsextremen Übergriffen und zum Teil traumatischen Erlebnissen vom Oktober letzten Jahres nun erneut an den Ort des Geschehens zurückzukehren? Das ist mehr als unsensibel und wird den berechtigten Erwartungen der Opfer nicht gerecht. Wenn überhaupt, dann hätte das Spiel doch an einem neutralen Ort wiederholte werden können.“
Hanka Kliese, sportpolitische Sprecherin ihrer Fraktion: „Politik und Gesellschaft dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass gewaltbereite und rechtsextreme Fans gerade in den unterklassigen Ligen ein großes Problem darstellen. Die Verantwortlichen bei den Vereinen sind meist Ehrenamtliche, die allein die Herausforderungen nicht schultern können. Sie brauchen unsere tatkräftige Unterstützung, zum Beispiel bei der Gründung und Ausgestaltung von Fanprojekten.“
Kliese und Homann abschließend: „Das Urteil offenbart, wie unsensibel viele Verantwortliche im Sport im Umgang mit dem Rechtsextremismus sind. Ein Umdenken ist dringend notwendig. Im konkreten Fall müssen nun alle Beteiligten – allen voran die Polizei – erneute Übergriffe verhindern. Dafür muss ein schlüssiges und tragfähiges Konzept auf den Tisch. Dazu gehört auch, die Geschehnisse in Brandis im Oktober 2009 schonungslos aufzuklären.“
