Waldschlösschenbrücke wird Denkmal christdemokratischer Borniertheit.

Autor: 
Martin Dulig
Datum: 
25.06.2009

Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt: SPD für rechtliche Absicherung aller Weltkulturerbestätten

„Was für eine Blamage: Dem Dresdner Elbtal wurde heute der UNESCO-Welterbetitel wegen des Baus der Waldschlösschenbrücke aberkannt. Ein großer Verlust – nicht nur für Dresden, sondern auch für ganz Sachsen und die gesamte Bundesrepublik.

Dieser Verlust ist aber auch beschämend: Denn die CDU hat stur und kompromisslos am Bau der Brücke festgehalten und sich Alternativen verweigert. Somit wird die Waldschlösschenbrücke nun zum Denkmal christdemokratischer Borniertheit und Provinzialität. Das Bedauern und Entsetzen der Union sind nichts als Krokodilstränen. Zynischer geht es nicht. Denn dass dem Dresdner Elbtal der Welterbetitel aberkannt wird, sollte der Brückenbau nicht gestoppt werden, war seit langem definitiv bekannt.

Die Signale aus Paris waren eindeutig: Kommt die Brücke, geht der Welterbetitel die Elbe runter. Wir Sozialdemokraten bekennen uns zur uneingeschränkten Gültigkeit der UNESCO-Konvention zum Schutz des Natur- und Kulturerbes. Wir sehen es als dringend notwendig an, eine rechtliche Absicherung aller Weltkulturerbestätten zu schaffen. Nur so können wir Zweifel an der Verbindlichkeit der UNESCO-Konvention zukünftig ausräumen.

Erst 2004 wurde dem Dresdner Elbtal der Welterbetitel verliehen. Bereits seit drei Jahren steht es auf der Roten Liste gefährdeter Welterbestätten. Frau Orosz und die CDU haben die Zeit ungenutzt verstreichen lassen und das kulturelle Erbe Sachsen respektlos behandelt. Offensichtlich war ihnen der UNESCO-Welterbetitel nicht viel wert. Nun ist er unwiederbringlich verloren. Ein schlechter Tag für unser Land.“

Press-ID:
09-61