Stange: Willkür des Kultusministers passt nicht in neue Zeit
SPD lehnt Schließungspläne von Gemeinschaftsschulen ab
„Die Äußerungen des Kultusministers zum willkürlichen Auslaufen der Gemeinschaftsschulen noch lange vor Ende der zugesicherten Laufzeit zeugen von einer Arroganz und Willkür, wie sie für das DDR-Schulwesen typisch waren. Der Wille von Eltern, Lehrern, Schülern und Schulträgern eine bessere und zeitgemäße Schule zu gestalten, wird von Wöller mit Füßen getreten. Das ist schlechter pädagogischer und politischer Stil“, so Dr. Eva-Maria Stange zu der heute in der Sächsischen Zeitung dokumentierten Äußerung des Kultusministers, nach dessen Willen nur noch im nächsten Jahr Eingangsklassen an den Gemeinschaftsschulen gebildet werden sollen.
„Jede wissenschaftliche Auswertung gerät zur Farce, wenn inzwischen das Modell gar nicht mehr existiert und auch gar keine Chance hatte, sich wirklich zu etablieren. Offensichtlich ist der Kultusminister nicht auf der Höhe der Zeit, wenn er Reformpädagogik gegen sogenannte „Qualitätspädagogik“ ausspielt. Sein Angriff auf die Thüringische CDU-Ministerpräsidentin, die gerade reformpädagogische Positionen vertritt, ist schlicht ein Affront.“
Stange betont weiter, dass sich Wöller offensichtlich nicht einmal die Mühe gemacht habe, die mühsam und gründlich erarbeiteten Konzepte der Gemeinschaftsschulen wirklich zur Kenntnis zu nehmen. „Es geht eben nicht einfach um die Verlängerung gemeinsamen Lernens wie es der FDP mit der 6-jährigen Grundschule vorschwebe, sondern um eine neue, individuell fördernde Pädagogik.“ Immer wieder habe das SMK gerade diese pädagogischen Neuerungen bekämpft.
„20 Jahre Mauerfall sollten auch immer wieder zum Anlass genommen werden, um zu prüfen, wie freiheitlich-demokratisch unser Schulwesen tatsächlich ist. „Vor diesem Hintergrund erhält die von der neuen Koalition geplante Wiedereinführung der sogenannten „Oberschule“ einen ganz unangenehmen Beigeschmack.“
Die SPD fordert die Respektierung des Willens der Eltern und Schulträger von Gemeinschaftsschulen, ihre Kinder länger gemeinsam Lernen zu lassen und ihnen eine moderne, individuelle Bildung zu ermöglichen. Eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung unter fairen Bedingungen wird auch dem härtesten Verfechter des gegliederten Schulsystems bald die Überlegenheit zeigen. „ Offenbar fürchtet die CDU/FDP-Regierung genau diesen praktischen Beweis.“
