Tillich und Zastrow schaffen Bildungsungerechtigkeit in Sachsen
Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, kritisiert die bildungspolitischen Vereinbarungen im CDU-FDP-Koalitionsvertrag: „Auch noch so schöne Worte von Tillich und Zastrow können nicht darüber hinwegtäuschen: Das bildungspolitische Programm ist ein einziges Desaster. Schwarz-Gelb schafft massive Ungerechtigkeiten im sächsischen Bildungssystem. Ein schwerer Rückschlag für Sachsen!“
Die größte Lüge dabei ist die Möglichkeit, dass Eltern angeblich nun erst nach Klasse 6 über den Übergang zum Gymnasium entscheiden. Fakt ist: Schwarz-Gelb will in Klasse 4 die Übergangskriterien verschärfen. Bisher war der Übergang zum Gymnasium auch mit einem Notendurchschnitt von 2,5 möglich; zukünftig soll das nur mit 2,0 möglich sein. Der Übergang nach Klasse 6 ist auch heute schon möglich. Nach Willen von Schwarz-Gelb soll es einer geregelten (!) Bildungsempfehlung bedürfen, was zu einer neuen Hürde werden wird. Was wird noch passieren: Die Kinder werden in der Mittelschule noch einmal – nun bereits ab Klasse 5 in vermeintlich Gute und Schlechte eingeteilt. Das ist nichts anderes als eine Einführung des dreigliedrigen Schulsystems durch die Hintertür. De facto entstehen Hauptschul- und Realschulklassen. Und was passiert eigentlich dann ab Klasse 7 mit denen, die aus den sogenannten Leistungsklassen nicht auf Gymnasium gehen? „Die Zementierung des gegliederten Schulsystems in Verbindung mit dem Abbruch des Projekts Gemeinschaftsschule ist eine bildungspolitische Katastrophe!“, fasst Dulig zusammen.
Ähnlich katastrophal sind die Pläne für die Hochschulen. Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und Bildungsexpertin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Das hochschulpolitische Programm von CDU und FDP liest sich wie eine Kampfansage gegen ein chancengerechtes Studium.“ Im ganzen Koalitionsvertrag findet sich kein Wort zu den Studienbedingungen oder zum drohenden Stellenabbau. Statt dessen Öffnungsklauseln zur Einführung von Studiengebühren. Stange dazu: „Studiengebühren treffen vor allem die sozial Schwachen – die Studenten, die während ihres Studiums jobben müssen, um ihr Studium überhaupt finanzieren zu können oder auch Studierende mit Kind. Studiengebührenfreiheit fällt nun als Standortvorteil für Sachsen flach, wenn wir in anderen Bundesländern künftig um Abiturienten werben.“
Duligs Fazit: „Die Union hat im Wahlkampf versprochen, an der Gebührenfreiheit des Studiums festzuhalten. Die FDP hat uns längeres gemeinsames Lernen versprochen. Beide haben ihr Wort gebrochen. Zum Schaden für die Menschen und für das Land.“
