Herr Wöller, machen Sie den Weg für Magister in sächsische Kitas frei!
Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Das Problem des Fachkräftemangels in Kindertageseinrichtungen ist uns seit längerem bekannt. Daher haben wir bereits vor Monaten angeregt, die Kindertageseinrichtungen auch für Erziehungswissenschaftler mit Magisterabschluss zu öffnen. Diese Absolventen erfüllen ohne Zweifel das Anforderungsprofil einer pädagogischen Fachkraft.
Immer wieder schildern uns Leiterinnen von Kindertageseinrichtungen ihre Schwierigkeiten bei der Suche nach geeignetem Personal. Aber Kultusminister Wöller wollte bis dato das Problem nicht sehen. Noch im Januar antwortete das Ministerium auf Anfrage der SPD-Fraktion, dass das aktuelle Fachkräfteproblem lediglich ein ‚gefühltes‘ und allenfalls ein regional begrenztes Problem sei.
Derzeit befindet sich der neue Entwurf der Sächsischen Qualifikations- und Fortbildungsverordnung (SächsQualiVO) im Anhörungsverfahren. Die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag erhebt schon seit geraumer Zeit die Forderung, den Katalog der anerkannten Studienabschlüsse zu erweitern, um eine noch größere Anzahl an Fachkräften für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen zur Verfügung zu haben.
Die neue Verordnung sieht erfreulicherweise die Anerkennung des Abschlusses eines Diploms, Bachelors oder Masters in der Erziehungswissenschaft im Fachgebiet Sozialwesen als pädagogische Fachkräfte vor. Doch ein Schritt wurde bis jetzt nicht gegangen: die Anerkennung eines Magisterstudienabschlusses im Fachgebiet Sozialwesen. Und das, obwohl viele Magister schon in sächsischen Kitas aufgrund von Ausnahmegenehmigungen arbeiten. Sowohl der Landesjugendhilfeausschuss als auch die LIGA der freien Wohlfahrtspflege unterstützen unsere Forderung nach der Anerkennung des Magisterabschlusses.
Andere Bundesländer erkennen Magisterabschlüsse bereits an. Wenn wir dies auch tun, können wir einerseits dem drohenden Fachkräftemangel in unseren Kitas wirksam entgegenwirken und andererseits unsere Fachkräfte in Sachsen halten. Staatsminister Wöller muss sich nun endlich einen Ruck geben und den Weg für Magister in sächsische Kitas frei machen.“
