Sachsen braucht mehr Abiturienten und Hochschulabsolventen
Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zu dem heute in Berlin vorgestellten Bildungsbericht der OECD „Bildung auf einen Blick 2009“:
„Zwar zeigen die Ergebnisse des diesjährigen weltweiten Bildungsberichts der OECD für Deutschland in fast allen Bereichen vorsichtige Aufwärtstrends. Aber die Kernprobleme des deutschen Schulwesens bleiben trotzdem bestehen: zu wenige Abiturienten und zu viele Jugendliche ohne Bildungsabschluss. Die Studienanfängerquote konnte zwar gesteigert werden, liegt aber weit unter dem OECD-Durchschnitt. Das ist kein gutes Zeichen für eine Industrienation auf dem Weg in die Wissensgesellschaft.
Wenn nun die künftigen Koalitionspartner CDU und FDP in Sachsen den Zugang zu Abitur und Studium weiter durch eine Verschärfung der Bildungsempfehlung und mit der Einführung von Studiengebühren erschweren wollen, gehen sie genau in die falsche Richtung. Wenn wir in Sachsen den Anschluss nicht verpassen wollen, müssen wir endlich das Potential unserer jungen Menschen zur Entfaltung bringen. Auch die Union muss endlich einsehen, dass das Sortieren der Schülerinnen und Schüler nach Klasse 4 Unsinn ist. Unsere Kinder brauchen längeres gemeinsames Lernen. Unsere Schulen brauchen Bedingungen, in denen sie tatsächlich individuell fördern können. Das hat in Sachsen weniger mit fehlenden Ressourcen als vielmehr mit fehlenden Gestaltungsmöglichkeiten und fehlender Verantwortung der Schulen vor Ort zu tun.
Nach wie vor investieren wir in Deutschland zu wenig in Kindergärten und Grundschulen und stagnieren bei den Ausgaben pro Schüler. Dabei ist Sachsen dank der SPD-Regierungsbeteiligung stark in Vorleistung gegangen: Wir haben zusätzliche 2.000 Lehrerstellen geschaffen und haben jährlich 30 Millionen Euro für Ganztagsangebote bereitgestellt. Dieser Weg muss fortgesetzt werden, gerade in der Krise. CDU und FDP dürfen unsere Schüler jetzt nicht zu Opfern einer kurzfristigen Sparpolitik machen.“
