Am 26. August 1989 wurde Aufruf zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR veröffentlicht
Heute vor 20 Jahren, am 26. August 1989, trat der Pfarrer Markus Meckel auf einem Menschenrechtsseminar in der Golgatha-Kirche in Berlin mit einem „Aufruf zur Bildung einer Initiativgruppe, mit dem Ziel eine sozialdemokratische Partei in der DDR ins Leben zu rufen“ an die Öffentlichkeit. Als Veröffentlichungstermin wählten die Verfasser des Aufrufes bewusst den 200. Jahrestag der Verkündung der Menschenrechte der Französischen Revolution.
Im dem Aufruf heißt es u.a.: „Wir brauchen Bürger, die willens und in der Lage sind, in einem demokratischen Gemeinwesen politische Macht zu kontrollieren und auch auszuüben, und die in der Sphäre der Gesellschaft ihr Leben selbstverantwortlich gestalten.“
Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, dazu: „Der Aufruf zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR und ihre Gründung am 7. Oktober 1989 in Schwante bei Berlin markierte tatsächlich eine Zäsur in der ostdeutschen Oppositionsbewegung: Erstmals forderte eine neue Partei den demokratischen Rechtsstaat als Gegenentwurf zur SED-Diktatur. Dies ging über bislang erhobene Forderungen nach bloßen Reformen im System weit hinaus. Wie keine andere Oppositionsgruppe forderte die SDP die SED heraus und stellte ihre Legitimation und ihren Führungsanspruch offen in Frage. Die Hand, die im April 1946 unter Zwang und Täuschung vereinnahmt worden war, haben wir symbolisch wie praktisch zurückgezogen.“
„Was wir im Herbst 1989 vollbracht haben, war eine Sternstunde der deutschen Freiheitsgeschichte. Die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass unsere Demokratie immer wieder aufs Neue errungen und verteidigt wird. Und den Feinden unserer Freiheit werden wir auch weiterhin konsequent begegnen – im sächsischen Parlament wie auch auf den Straßen und Plätzen unseres Landes“, so Dulig abschließend.
