Zukunftschancen des ländlichen Raumes im Freistaat Sachsen

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SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Damen und Herren,

über 50 Prozent der Menschen im Freistaat Sachsen leben nach gängiger Definition im ländlichen
Raum. Er umfasst mehr als vier Fünftel der Landesfläche des Freistaates Sachsen. Eine gute Politik für den ländlichen Raum darf die Ballungsräume nicht in verkleinertem Maßstab kopieren wollen, sondern muss die prägende Eigenart von Dorf-, Landschafts- und Arbeitsstrukturen berücksichtigen. Dabei müssen das soziale Dorfleben, die wohnortnahe Grund- und Gesundheitsversorgung, die Vereinskultur sowie die typischen Wohnstrukturen genauso erhalten bleiben, wie die durch Land- und Forstwirtschaft geprägte Kulturlandschaft.


Seit der friedlichen Revolution haben über eine halbe Million Menschen den Freistaat verlassen – ein großer Teil von ihnen aus strukturschwachen Gebieten. Damit einher geht die Überalterung der bleibenden Bevölkerung. Gerade junge Menschen suchen oft ihre persönliche und berufliche Entwicklung in anderen Bundesländern, weil sie in ihren Heimatregionen nicht die Bedingungen vorfinden, um einen vertretbaren Lebensstandard zu erreichen. Die dünne Besiedelung und Überalterung gehen wiederum mit einer zunehmenden Ausdünnung wichtiger Infrastruktur einher: Schulen und Einkaufsmöglichkeiten werden geschlossen, der öffentliche Personennahverkehr ist vielerorts auf ein Minimum zurückgefahren, die Wege zu Ämtern, Banken und Ärzten werden immer länger, Kulturangebote gehen verloren. Fehlende Arbeitsplätze verstärken dieses Phänomen. Ein Teufelskreis, der den ländlichen Raum in eine Abwärtsspirale zwingt.


Deshalb ist es Aufgabe der Politik, sich den besonderen Bedürfnissen und Problemlagen der Menschen in den strukturschwachen ländlichen Regionen im Freistaat Sachsen anzunehmen. Die CDU-Strategie der vergangenen Jahre war es, alle Angebote und Leistungen linear mit dem Bevölkerungsverlust zu kürzen – eine solche Politik ist aber nicht zukunftsfähig.


Aus sozialdemokratischer Sicht muss es Ziel sein, eine aktive und aktivierende anstelle einer reagierenden Politik für den ländlichen Raum zu betreiben. Unser Ansatz will sich aktiv um Bevölkerungszuzug und Stärkung der Wirtschaft bemühen und zusätzlich Anreize für Familien schaffen. Wir müssen Antworten geben auf die drängenden Fragen der Infrastruktur, des Bildungsangebotes, der Energieversorgung, der Inneren Sicherheit, der Gesundheitsvorsorge, der Entwicklung des Arbeitsmarktes und vieles mehr.


Die SPD-Landtagsfraktion will mit dem vorliegenden Positionspapier Antworten auf die Fragen einer zukünftigen Entwicklung geben und gleichzeitig zum Dialog auffordern. Wir würden uns freuen, wenn Sie das Gesprächsangebot aufgreifen würden. Die SPD-Landtagsfraktion steht Ihnen als Ansprechpartner hierfür gern zur Verfügung.

Ausführlich im angefügten PDF.