SPD kämpft gegen Lehrkräftemangel

26. Mai 2016

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+++ SPD-Frak­tion legt Posi­ti­ons­pa­pier mit Vor­schlägen und Maß­nahmen vor +++ Ein­grup­pie­rung anglei­chen +++ Anreize für ältere Leh­re­rinnen und Lehrer +++ Län­ger­fris­tige Maß­nahmen +++

 

„Seit vielen Jahren zeichnet sich der Lehr­kräf­te­mangel ab. Die SPD-Frak­tion hat bereits 2011 einen ‚Zehn-Punkte-Plan zur Abwen­dung des Leh­rer­man­gels in Sachsen‘ vor­ge­legt. Heute, fünf Jahre später, sind wir nicht mehr Oppositions‑, son­dern Regie­rungs­frak­tion. Und haben es geschafft, einige unserer wich­tigsten For­de­rungen zu erfüllen:

Lehr­kräfte werden nun unbe­fristet ein­ge­stellt. Die Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­täten an den Uni­ver­si­täten haben wir mehr als ver­dop­pelt. Die Zahl der Stellen im Vor­be­rei­tungs­dienst haben wir deut­lich erhöht. Wir haben den damals noch gel­tenden Stel­len­abbau auf­ge­hoben und dafür gesorgt, dass nicht nur jede frei­wer­dende Stelle wieder besetzt werden kann, son­dern dar­über hinaus mehr als 1.000 zusätz­liche Stellen geschaffen.

Das, was die SPD bisher erreicht hat, ist wichtig und hilft. Es reicht aber noch nicht. Unsere Schü­ler­zahlen steigen.

Gleich­zeitig gehen mehr Leh­re­rinnen und Lehrer in ihren wohl­ver­dienten Ruhe­stand. Wir müssen weiter dafür sorgen, dass an Sach­sens Schulen guter Unter­richt statt­finden kann. Wir müssen etwas tun, damit die Kinder, die jetzt in der Schule sind und die, die in den nächsten Jahren in die Schule kommen, ihr Recht auf eine gute Bil­dung auch wirk­lich erhalten. Das ist eine Gerech­tig­keits­frage für unser Land.

Es wird nicht ‚die eine Maß­nahme‘ geben, die unser Pro­blem löst. Wir brau­chen viele gleich­zei­tige Maß­nahmen, um an allen Stellen Ent­span­nung und Zukunfts­fä­hig­keit zu schaffen.

Wir müssen – salopp gesagt – die Alten halten: Wir müssen das Arbeiten nach dem 63. Lebens­jahr so gestalten, dass es attrak­tiver ist als eine vor­zei­tige Rente mit Abschlägen. Dafür gibt es ver­schie­dene Mög­lich­keiten: Anrech­nungs­stunden bei­spiels­weise, Alters­teil­zeit oder Ein-Fach-Ein­sätze.

Wir müssen die Jungen locken. Vor allem das Grund- und Ober­schul­lehramt müssen wir attrak­tiver machen – durch eine gerechte Bezah­lung und eine grö­ßere Fle­xi­bi­lität. Die Neuen – unsere Sei­ten­ein­steiger – müssen wir viel besser rüsten, damit sie von Anfang an eine wirk­liche Hilfe an unseren Schulen sind. Ich bin froh, dass das Kul­tus­mi­nis­te­rium hier Ände­rungen ange­kün­digt hat.

Und wir müssen auch Maß­nahmen ergreifen, die erst län­ger­fris­tiger Wir­kung zeigen werden – aber dafür nicht nur das Leh­rer­pro­blem lösen helfen, son­dern noch viel mehr schaffen: Näm­lich die Qua­lität unseres Bil­dungs­sys­tems ver­bes­sern. Hier gehört die Moder­ni­sie­rung unserer Lehr­pläne hin, die Umge­stal­tung der Lehr­amts­prü­fungs­ord­nung und in der Folge dann des Lehr­amts­stu­diums.

Gerade hier wird deut­lich: Unsere der­zei­tige Situa­tion ist nicht nur eine Krise, son­dern auch eine Chance.

Eine Chance wird es aber nur dann, wenn das gemein­same Pro­blem­lösen im Vor­der­grund steht. Wenn alle mit­ein­ander an einem Ziel arbeiten. Um mit dem Slogan des Lan­des­schü­ler­rats zu spre­chen: Ernst­haft und kon­struktiv.

Und des­halb gilt es ganz genau zu über­legen, welche Wir­kung manche Vor­schläge ent­falten werden. Eine ein­heit­liche Ein­grup­pie­rung aller Lehr­kräfte – selbst wenn man aus finan­zi­ellen Gründen nur schritt­weise dahin kommen wird – schafft Gerech­tig­keit und Moti­va­tion. Eine unter­schied­liche Bezah­lung für gleiche Arbeit aber schafft Unge­rech­tig­keit und demo­ti­viert. Das darf uns nicht pas­sieren. Es ist das große Enga­ge­ment und die Lei­den­schaft vieler Leh­re­rinnen und Lehrer, das dafür sorgt, dass an unseren Schulen trotz aller Pro­bleme guter Unter­richt statt­findet. Dieses Enga­ge­ment und diese Lei­den­schaft müssen wir wert­schätzen und durch kluge Ent­schei­dungen beför­dern.“

Hin­ter­grund:

Das Posi­ti­ons­pa­pier der SPD-Frak­tion finden Sie hier zum Down­load (PDF)